Die einzelnen Krisentypen

1. Joint-Venture-Krisen – Wenn aus dem Partner ein Gegner wird
Joint Ventures sind in Indien historisch häufig – und historisch häufig konfliktreich. Was als gemeinsames Projekt begann, endet oft in Pattsituationen, Vertrauensbrüchen und Blockaden im operativen Geschäft.
Typische Symptome
- Beschlüsse im Board werden blockiert
- Informationsflüsse zur europäischen Seite versiegen
- Der indische Partner trifft Entscheidungen ohne Abstimmung
- Verdacht auf Parallelgeschäfte oder Interessenkonflikte
- Diskussion über Anteilsverhältnisse oder Bewertung eskaliert
Was wir leisten
- Lageanalyse: Was sagt der JV-Vertrag wirklich? Was sind die tatsächlichen Machtverhältnisse?
- Verhandlungsführung mit dem indischen Partner – auf Augenhöhe, kulturell sicher
- Strukturierung von Exit-, Buy-out- oder Restrukturierungsoptionen
- Operative Stabilisierung des Geschäfts während des Konflikts
- Koordination mit Anwälten, Wirtschaftsprüfern, ggf. Schiedsverfahren
Für wen besonders relevant
Geschäftsführer, Aufsichtsräte, Gesellschafter mit indischem JV-Partner – und Anwaltskanzleien, die einen operativen Partner für die Umsetzung suchen.

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Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einem strukturierten nächsten Schritt in Form eines Quick-Checks, Assessments oder direkten Gesprächs mit der Geschäftsführung.
2. Liquiditätskrisen – Wenn die indische Tochter zahlungsunfähig wird
Die indische Gesellschaft kann Gehälter, Lieferanten, Steuern oder Mieten nicht mehr fristgerecht bedienen. Oft erst dann sichtbar für die Muttergesellschaft, wenn der lokale CFO um eine kurzfristige Kapitalspritze bittet – oder wenn ein Lieferant direkt in Europa anruft.
Typische Symptome
- Verspätete Gehaltszahlungen, erste Mitarbeiterabgänge
- Lieferanten verlangen Vorkasse oder stellen Lieferungen ein
- Steuerzahlungen (GST, TDS) werden verschoben – mit erheblichen Strafen
- Banken kündigen Kreditlinien oder verschärfen Konditionen
- Wiederholte Bitten um Gesellschafterdarlehen aus Europa
Was wir leisten
- Sofortige Liquiditätsanalyse (13-Wochen-Cashflow)
- Notfall-Verhandlungen mit Banken, Lieferanten, Behörden
- Maßnahmen zur Working-Capital-Freisetzung
- Strukturierte Kapitalmaßnahmen (Equity, Gesellschafterdarlehen, ECB)
- Mittelfristig: Beseitigung der strukturellen Ursachen, nicht nur der Symptome
Für wen besonders relevant
CFOs, Treasury-Verantwortliche, Banken, Restrukturierungsberater.
3. Diebstahl, Betrug & Veruntreuung – Wenn das Vertrauen missbraucht wird
Diebstahl in indischen Tochtergesellschaften ist häufiger, als europäische Mutterhäuser annehmen – und seltener spektakulär. Es ist meist nicht der eine große Coup, sondern die systematische Abzweigung über Jahre: bei Einkauf, Vertrieb, Lager, Kasse oder im Verhältnis zu Lieferanten.
Typische Symptome
- Auffällige Margenverluste in bestimmten Bereichen
- Lieferanten, die offensichtlich überteuert sind
- Bestandsabweichungen, „Schwund“ im Lager
- Mitarbeiter mit Lebensstil deutlich über ihrem Gehalt
- Anonyme Hinweise, Whistleblower-Meldungen
- Plötzliche Kündigungen nach internen Wechseln
Was wir leisten
- Forensische Erstanalyse vor Ort, diskret und vertraulich
- Koordination mit indischen Forensik-Spezialisten und Anwälten
- Sicherung von Beweismitteln (E-Mail, Buchhaltung, Lagerbestände)
- Personalrechtliche Maßnahmen, ggf. Strafanzeige
- Wiederherstellung von Kontrollstrukturen, die einen erneuten Vorfall verhindern
Für wen besonders relevant
Geschäftsführer, CFOs, Konzernrevisionen, D&O-Versicherer, Wirtschaftsprüfer.
Schnelle und gezielte Lösungen für Unternehmen in der Krise – Turnaround-Management für nachhaltigen Erfolg in Indien.

4. Streiks & Arbeitskonflikte – Wenn die Produktion stillsteht
Indisches Arbeitsrecht ist komplex, hochgradig bundesstaatsspezifisch und in Konfliktsituationen extrem herausfordernd. Ein Streik in einer indischen Produktionsstätte kann innerhalb von Tagen den europäischen Lieferplan zerschlagen – und Wochen bis Monate dauern, wenn er falsch geführt wird.
Typische Symptome
- Plötzliche Arbeitsniederlegung, oft nach Personalmaßnahmen
- Gewerkschaftliche Organisation, die der lokalen GF entgangen war
- Eskalation an die Werkstore (Demonstrationen, Blockaden)
- Lokale Politik schaltet sich ein
- Medienberichterstattung beginnt
Was wir leisten
- Sofortige Lagebeurteilung vor Ort
- Verhandlungsführung mit Belegschaft, Gewerkschaft, lokalen Behörden
- Rechtliche Begleitung mit indischen Arbeitsrechtsspezialisten
- Krisenkommunikation – intern, extern, gegenüber Kunden
- Nachhaltige Strukturen: HR, Vergütung, Mitbestimmung, Compliance
Für wen besonders relevant
Produzierende Unternehmen mit indischer Fertigung, COOs, HR-Verantwortliche.
5. Fehlverhalten lokaler Manager – Wenn der Geschäftsführer zum Risiko wird
In vielen indischen Unternehmenstöchtern liegt enorme Macht beim lokalen Geschäftsführer – kombiniert mit großer geografischer und kultureller Distanz zur Muttergesellschaft. Wenn dieser Manager seine Position missbraucht, ist der Schaden oft groß, bleibt aber meist lange unentdeckt.
Typische Symptome
- Kickbacks von Lieferanten oder Vertriebspartnern
- Aufbau eigener (Parallel-) Geschäfte
- Einstellung von Familienmitgliedern in Schlüsselpositionen
- Manipulation von Reporting und Kennzahlen
- Selektiver Informationsfluss zur Mutter
Was wir leisten
- Diskrete Untersuchung ohne Vorwarnung des Verdächtigen
- Strukturierte Beweissicherung
- Vorbereitung und Durchführung der Trennung (rechtssicher, geräuschlos)
- Interim-Management, bis ein neuer GF gefunden ist
- Neuaufbau der Governance-Struktur, damit der Fall sich nicht wiederholt
Für wen besonders relevant
Gesellschafter, Aufsichtsräte, CEOs – jede Konstellation mit hoher Distanz zur lokalen Führung.
6. Behördliche & regulatorische Eskalationen – Wenn der indische Staat unerwartet auf der Matte steht
Steuerprüfungen, Zollverfahren, FEMA-Untersuchungen, arbeitsrechtliche Inspektionen, Umweltauflagen – die Eskalation indischer Behörden kann von administrativen Nachfragen bis zu Razzien reichen. Falsche Reaktion in den ersten 48 Stunden verursacht Folgeschäden, die Jahre dauern.
Typische Symptome
- Income-Tax- oder GST-Notice mit hohen Nachforderungen
- Zoll-Audit mit Rückforderungen oder Beschlagnahmen
- FEMA / RBI Anfragen zu Kapitalflüssen, Verrechnungspreisen
- Arbeitsrechtliche oder Umwelt-Inspektionen mit Bußgeldern
- Plötzliche Vorladung der Geschäftsführung
Was wir leisten
- Sofortige Lageeinschätzung und Eskalationssteuerung
- Koordination der richtigen lokalen Spezialisten (Steuerberater, Anwälte, Lobbyisten)
- Kommunikation mit der Behörde – kulturell richtig, formal sauber
- Risikoanalyse für die Muttergesellschaft (Bilanz, Reputation, persönliche Haftung)
- Strukturelle Maßnahmen, um Wiederholung auszuschließen
Für wen besonders relevant
Geschäftsführer, CFOs, Compliance-Verantwortliche, Steuerabteilungen.
7. Compliance- & Anti-Korruptions-Vorfälle –
Wenn das LkSG, FCPA oder UK Bribery Act in Indien zuschlägt
Indien ist regulatorisch komplex, und der Druck aus europäischen und US-amerikanischen Compliance-Regelwerken hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Ein Compliance-Vorfall in der indischen Unternehmenstochter trifft die Muttergesellschaft mit voller Wucht – rechtlich, finanziell und reputationsseitig.
Typische Symptome
- Whistleblower-Meldung über Bestechung, Korruption, Diskriminierung
- Auffälligkeiten bei internem Audit oder externer Prüfung
- Anfragen von Kunden zu Lieferkette / Menschenrechten (LkSG, CSRD)
- Hinweise auf Verstöße gegen FCPA, UK Bribery Act, EU-Sanktionen
- Ermittlungen indischer oder ausländischer Behörden
Was wir leisten
- Internal Investigation – diskret, methodisch sauber, beweissicher
- Koordination mit Compliance-Anwälten in EU und Indien
- Remediation: Beseitigung der Ursachen, Trennung von Verantwortlichen
- Aufbau eines belastbaren Compliance-Systems für die indische Tochter
- Unterstützung in Behördenkommunikation und Selbstanzeigen
Für wen besonders relevant
Compliance-Officer, Chief Legal Officer, Vorstände, Aufsichtsräte – speziell börsennotierter und US-exponierter Unternehmen.
8. Cyber- & IT-Sicherheitsvorfälle – Wenn die indische Tochter zum EInfallstor wird
Indische Tochtergesellschaften sind in vielen Konzernen das schwächste Glied der IT-Sicherheit – unzureichende Awareness, oft eigene IT-Strukturen, hohe Mitarbeiterfluktuation, eingeschränkte zentrale Sichtbarkeit. Ransomware, Business E-Mail Compromise oder Datenabflüsse beginnen häufig genau dort.
Typische Symptome
- Ransomware-Angriff auf indische Systeme
- BEC-Fraud (gefälschte Zahlungsanweisungen, oft sechs- bis siebenstellig)
- Datenabfluss durch ausscheidende Mitarbeiter
- Schatten-IT, unkontrollierte Cloud-Dienste
- Verstöße gegen DPDP Act (Indiens neues Datenschutzgesetz)
Was wir leisten
- Lokale Incident Response in Koordination mit unserem Schwesterbereich risk.wamser-batra.com
- Forensik, Eindämmung, Wiederherstellung
- Krisenkommunikation und Behördenmeldungen (DPDP, ggf. EU-DSGVO)
- Strukturelle Härtung der indischen Tochter
- Verzahnung mit konzernweiten Cyber-Standards
Für wen besonders relevant
CISOs, CIOs, IT-Verantwortliche – und alle Unternehmen, die ihre indische Unternehmenstochter bislang nicht im zentralen Sicherheitsperimeter sehen.
9. Reputations- & PR-Krisen – Wenn Indien plötzlich in den Medien steht
Ein Unfall im Werk, eine Kündigungswelle, ein Compliance-Vorfall, ein NGO-Bericht über Arbeitsbedingungen – Reputationskrisen in Indien folgen anderen Dynamiken als in Europa, insbesondere durch die Geschwindigkeit indischer und sozialer Medien.
Typische Symptome
- Kritische Berichterstattung in indischen Medien
- Virale Social-Media-Welle (häufig auf Twitter/X, LinkedIn, lokalen Plattformen)
- NGO-Kampagnen zu Arbeitsrecht, Umwelt, Menschenrechten
- Anfragen europäischer Medien an die Mutter
- Druck von Kunden, Investoren oder Banken auf Stellungnahmen
Was wir leisten
- Lagebild und Risikoeinschätzung in Echtzeit
- Krisenkommunikation, koordiniert zwischen Indien und Europa
- Zusammenarbeit mit indischen PR- und Krisenagenturen
- Inhaltliche Aufarbeitung der zugrunde liegenden Ursache
- Mittelfristig: Wiederherstellung von Reputation und Stakeholder-Vertrauen
Für wen besonders relevant
Vorstände, Kommunikationschefs, Investor-Relations, Familiengesellschafter.
10. Lieferketten- & Qualitätskrisen – Wenn aus Indien plötzlich nichts mehr (Brauchbares) kommt.
Für viele europäische Unternehmen ist die indische Tochter ein zentraler Lieferant – im Konzernverbund oder gegenüber Drittkunden. Bricht die Belieferung weg oder kollabiert die Qualität, sind die Konsequenzen für die Muttergesellschaft unmittelbar.
Typische Symptome
- Plötzlicher Anstieg von Reklamationen, Rückrufaktionen, Garantiefällen
- Liefertermin-Versagen, das die europäische Produktion lahmlegt
- Qualitätsabweichungen ohne erkennbare Ursache
- Vorlieferanten in Indien fallen aus (häufig in Welleneffekten)
- Auditbefunde von Kunden mit Konsequenz-Androhung
Was wir leisten
- Ursachenanalyse vor Ort (Produktion, Lieferantenkette, Qualitätssicherung)
- Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung von Lieferung und Qualität
- Aufbau funktionierender Qualitäts- und Lieferantenprozesse
- Kundenkommunikation und ggf. Recall-Management
- Strukturelle Maßnahmen zur dauerhaften Stabilisierung
Für wen besonders relevant
COOs, Einkaufsverantwortliche, Qualitätsleiter, Supply-Chain-Verantwortliche.
11. Krise nach Schlüsselpersonenausfall – Wenn die indische Tochtergesellschaft plötzlich ohne Leitung dasteht.
Der Geschäftsführer geht überraschend, wird abgeworben, erkrankt, scheidet aus persönlichen Gründen aus – oder muss aus Compliance-Gründen sofort getrennt werden. Indische Tochtergesellschaften hängen oft an einer einzigen Person. Fällt sie weg, droht innerhalb von Wochen die Lähmung.
Typische Symptome
- Plötzliche Kündigung des indischen GF, häufig mit anderen Schlüsselpersonen
- Verlust von Kundenbeziehungen, Lieferantenbeziehungen, Behördenkontakten
- Mitarbeiter wissen nicht mehr, an wen sie berichten
- Entscheidungsstau in operativen und finanziellen Themen
- Reputationsrisiko bei Kunden und Banken
Was wir leisten
- Sofortige Übernahme der operativen Steuerung (Interim-Management)
- Stabilisierung von Schlüsselbeziehungen (Kunden, Lieferanten, Behörden, Banken)
- Strukturierte Nachfolgesuche – mit unserem indischen Netzwerk
- Begleitung der Einarbeitung der neuen Führung
- Aufbau einer Organisationsstruktur, die nicht mehr an einer Einzelperson hängt
Für wen besonders relevant
Gesellschafter, Aufsichtsräte, CEOs – speziell bei Töchtern mit langjähriger Einzel-GF-Struktur.
12. Carve-out, Exit & JV-Auflösung – Wenn die Trennung zur Krise wird.
Der Verkauf, die Schließung oder die Trennung von einem JV-Partner ist in Indien selten ein sauberer Prozess. Regulatorische Hürden, kulturelle Eigenheiten, persönliche Interessen und harte ökonomische Verhandlungen treffen aufeinander. Ohne Steuerung kippt der Vorgang schnell in eine eigene Krise.
Typische Symptome
- Strategische Entscheidung in Europa, Exit aus Indien zu vollziehen
- Verkauf eines indischen Geschäfts an strategischen oder finanziellen Investor
- Auflösung eines indischen Joint Ventures (mit oder ohne Einvernehmen)
- Schließung einer indischen Tochter (Liquidation, Strike-off)
- Carve-out von Geschäftsteilen im Konzernverbund
Was wir leisten
- Strategische Vorbereitung und Strukturierung des Exits
- Operative Stabilisierung der Tochter im Exit-Prozess (wichtig für Bewertung!)
- Verhandlungsführung mit Käufern, Partnern, Behörden
- Koordination mit M&A-Beratern, Anwälten, Steuerberatern
- Abwicklung bis zur finalen Schließung – einschließlich aller indischen Formalien
Für wen besonders relevant
Vorstände, Gesellschafter, M&A-Verantwortliche, Private-Equity-Häuser, Restrukturierungsberater.
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