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Wichtige Information

POSH-Gesetz Indien: Welche Pflichten Sie als deutscher Arbeitgeber jetzt kennen und umsetzen müssen

Sonjoy Chaudhury · 23. September 2025
Ausschnitt junger Frauen an einem Tisch in Arbeitsatmosphäre

Mehr als 10 Mitarbeitende in Indien?
Dann müssen Sie nach POSH-Gesetz und SHe-Box tätig werden.

Hintergrund

Sie haben mehr als 10 Mitarbeitende in Indien? Dann müssen Sie bestimmte Maßnahmen zum Schutz von Frauen am Arbeitsplatz vornehmen, denn dieser Schutz ist auch in Indien gesetzlich vorgeschrieben.

Das POSH-Gesetz (Prevention of Sexual Harassment Act, 2013) und das Online-Beschwerdetool SHe-Box (Sexual Harassment electronic Box) verpflichten Sie als Unternehmen, ein sicheres und respektvolles Arbeitsumfeld für Frauen zu schaffen – und machen Sie persönlich verantwortlich für die Einhaltung dieser Vorschriften.

In unserer täglichen Praxis erleben wir jedoch immer wieder, dass z. B. indische Unternehmenstöchter wachsen, plötzlich die Schwelle von 10 Mitarbeitenden überschreiten und diese gesetzliche Vorgabe nicht im Blick haben. Deshalb hier ein kurzer Überblick:

Ihre Pflichten als Arbeitgeber

Jeder Arbeitgeber (mit mehr als 10 Mitarbeitenden) muss:

  1. Ein internes Beschwerdekomitee einrichten (ICC)
    • In jedem Standort/Betrieb mit mehr als 10 Beschäftigten
  2. Richtlinien und Maßnahmen schriftlich festlegen
    • z. B. Anti-Belästigungsrichtlinie
  3. Mitarbeitende schulen und sensibilisieren
    • regelmäßige Schulungen, Workshops, Aushänge etc.
  4. Vertraulichkeit bei Beschwerden gewährleisten
  5. Beschwerden fristgerecht prüfen
    • max. 90 Tage

Internal Complaints Committee (ICC)

Das ICC ist für die Bearbeitung von Beschwerden zuständig.

1. Zusammensetzung (mindestens 4 Mitglieder)

2. Ablauf eines Beschwerdeverfahrens

a. Beschwerde einreichen (schriftlich): innerhalb von 3 Monaten nach dem Vorfall
b. Untersuchung durch das ICC: Anhörungen, Beweissammlung, Zeugenaussagen
c. Bericht & Empfehlung an Arbeitgeber: innerhalb von 90 Tagen
d. Arbeitgeber muss handeln: innerhalb von 60 Tagen (Disziplinarmaßnahmen, Entschädigung, Versetzung etc.)

3. Strafen bei Nichteinhaltung

POSH-Gesetz (2013)

The Sexual Harassment of Women at Workplace (Prevention, Prohibition and Redressal) Act, 2013

Ziel des Gesetzes

1. Hintergrund und Entstehung

Das POSH-Gesetz basiert auf dem berühmten Vishaka-Urteil des Obersten Gerichtshofs Indiens (1997). Darin erkannte das Gericht an, dass sexuelle Belästigung eine Verletzung der Grundrechte von Frauen darstellt (Art. 14, 15 und 21 der indischen Verfassung).

Bis 2013 gab es kein spezifisches Gesetz zum Schutz von Frauen in diesem Bereich – das änderte sich mit dem POSH-Gesetz.
Männer sind im Gesetzestext nicht ausdrücklich als potenzielle Betroffene aufgeführt, was vielfach kritisiert wird.

2. Geltungsbereich

SHe-Box – Was ist das?

Die SHe-Box (Sexual Harassment Electronic Box) ist ein Online-Portal der indischen Regierung, eingerichtet zur einfachen, schnellen und transparenten Erfassung und Bearbeitung von Beschwerden über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.

1. Ziel der SHe-Box

2. Wer kann sich beschweren?

3. Vorteile der SHe-Box

Fazit

Sie tragen Verantwortung – nicht nur für den Geschäftserfolg Ihres Unternehmens in Indien, sondern auch für die Sicherheit Ihrer Mitarbeitenden.

Das POSH-Gesetz und die Online-Plattform SHe-Box machen deutlich: Jede Führungskraft ist gefordert, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz aktiv zu verhindern und angemessen zu reagieren.

Haben Sie weitere Fragen? Sind Sie mit der Stimmung in Ihrer indischen Unternehmenstochter unzufrieden? Bleibt der gewünschte Unternehmenserfolg aus?

Wir helfen Ihnen gerne weiter – seit mehr als 20 Jahren sind wir Ihr Navigator und Schutzengel für Ihr Indiengeschäft. Melden Sie sich einfach.