Im Auftrag Thüringens: WB als offizieller Repräsentant auf der Delegationsreise nach Indien 2026
Vom 30. Mai bis zum 6. Juni 2026 war Thüringen zu Gast in Indien. Unter Leitung von Ministerpräsident Mario Voigt reiste eine rund 60-köpfige Delegation durch Neu-Delhi, Hyderabad und Bangalore – mit einem klaren Auftrag: Wirtschaft, Innovation und Fachkräfte.
Wir waren als offizieller Repräsentant der LEG Thüringen in Indien von Anfang bis Ende dabei.
Hier ist unser Rückblick auf eine Woche, die mehr war als ein Besuchsprogramm.
Neu-Delhi: Netzwerke aktivieren, Fachkräfte gewinnen
Der Auftakt fand in der indischen Hauptstadt statt. Beim Kooperationsevent mit FICCI – dem Federation of Indian Chambers of Commerce & Industry – präsentierten Thüringer Unternehmen und Institute in kompakten Pitches ihre Stärken. Auf der anderen Seite des Tisches: indische Counterparts, bereit für konkrete Gespräche.
Wir durften gemeinsam mit FICCI die Welcome Remarks übernehmen. Ein kleines Detail mit großer Bedeutung – denn es zeigt, wie ernst die Rolle genommen wird, die wir als Repräsentanz Thüringens in Indien einnehmen.


Ebenfalls in Delhi: der Besuch des Goethe-Instituts / Max Mueller Bhavan. Thema war das APAL-Projekt – ein Programm zur Fachkräftegewinnung, das indische Fachleute gezielt auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet. Für Thüringen mit seinem strukturellen Fachkräftemangel ist das strategisch von großer Relevanz.
Genau hier setzen wir auch operativ an: Wir rekrutieren Fachkräfte und Auszubildende aus Indien – mit klaren Auswahlkriterien und einem strukturierten Prozess bis zur erfolgreichen Einstellung. Mehr dazu finden sie hier.


Sandra Petersmann, ARD-Korrespondentin für Südasien, sprach in ihrem Impulsvortrag über die wirtschaftliche Dynamik Indiens und die aktuellen geopolitischen Rahmenbedingungen – und was das ganz konkret für deutsche Unternehmen und Entscheidungen im Indien-Geschäft bedeutet.

Jetzt im MDR / ARD-Mediathek: „Indien-Reise: Kontakte knüpfen in Hyderabad“
Unser Kollege Sonjoy Chaudhury spricht im MDR über Chancen, Tempo und was deutsche Unternehmen in Indien wirklich brauchen.
„Seinen Geschäftsplan auf die Straße zu kriegen, das dauert in Indien. Und das liegt nicht nur an Indien – auch wir Deutsche sind sehr langsam in der Adaption. In einer sich schnell wandelnden Gesellschaft und Wirtschaft ist das aber nötig.“
Sonjoy Chaudhury
VP Clients Relations

Hyderabad: Hotspot für IT und Innovation
10 Millionen Einwohner. Über 1.000 internationale Unternehmen allein im Stadtteil Cyberabad. Jeder zehnte Einwohner arbeitet in der IT-Branche. Hyderabad ist heute eine der etabliertesten Technologiemetropolen Asiens.
Und genau hier passierte das historisch Bedeutsamste der gesamten Reise: Thüringen und der indische Bundesstaat Telangana unterzeichneten einen Partnerschaftsvertrag – die erste offizielle Landespartnerschaft zwischen Telangana und einem deutschen Bundesland, gültig für fünf Jahre. Schwerpunkt: Technologie und Fachkräfte.
Ein weiterer Höhepunkt in Hyderabad: der T-Hub, eines der innovativsten Gründerzentren Indiens mit bis zu 600 aktiven Start-ups. In den kommenden Monaten werden wir gemeinsam mit der LEG Thüringen dort ein Auslandsbüro eröffnen – als feste Anlaufstelle für Thüringer Unternehmen, die den indischen Markt erschließen wollen.
Außerdem auf dem Programm: der Besuch bei Bharat Biotech im Genome Valley – einem der führenden Impfstoffhersteller der Welt. Ein eindrucksvoller Beleg dafür, auf welchem Niveau indische Life-Sciences-Unternehmen heute operieren.


Bangalore: Innovation zum Anfassen
Die letzte Station der Reise war Bangalore – Indiens Silicon Valley, Sitz von Technologiekonzernen, Startups und Forschungsinstituten.
Bei Böllhoff India in Gurgaon hatte die Delegation bereits zu Beginn der Woche gesehen, wie ein deutsches Familienunternehmen erfolgreich in Indien produziert. In Bangalore folgte ein anderes Bild von deutsch-indischer Partnerschaft: der Besuch bei Carl Zeiss India. Im Gespräch mit Managing Director Miguel Gonzalez Diaz und beim anschließenden Rundgang wurde deutlich, wie stark Präzisionstechnologie und Innovation beide Länder verbinden.


Beim erneuten FICCI-Kooperationsevent im ITC Windsor präsentierten Thüringer Unternehmen ihre Kompetenzen – von Medizintechnik bis Maschinenbau – und trafen auf indische Partner für konkrete B2B-Gespräche.
Den Abschluss bildete der Besuch bei SAP Labs India im Innovation Park. Die Delegation teilte sich auf: Während ein Teil das Experience Center mit neuesten SAP-Technologien erkundete, besichtigte die andere Gruppe den vollautomatisierten, nachhaltigen S-Market – ein Supermarkt, komplett betrieben auf Basis von SAP-Technologien. Im Gespräch mit Sindhu Gangadharan, Managing Director SAP Labs India, wurde einmal mehr klar: Digitale Transformation ist in Indien kein Zukunftsthema – sie ist Gegenwart.
Ebenfalls in Bangalore unterzeichneten wir gemeinsam mit TÜV Thüringen eine Kooperationsvereinbarung im Bereich Skill Development – ein konkretes Ergebnis, das über die Reise hinaus wirkt.
Was diese Woche bedeutet
Delegationsreisen sind dann wertvoll, wenn aus Begegnungen Beziehungen werden – und aus Beziehungen Geschäfte. Diese Reise hat gezeigt: Indien wartet nicht. Der Markt ist dynamisch, die Entscheider sind zugänglich, und das Interesse an Thüringer Technologie, Präzision und Zuverlässigkeit ist real.
Wir haben in dieser Woche Türen geöffnet – für Thüringer Unternehmen, die den nächsten Schritt wagen wollen. Als offizieller Repräsentant der LEG Thüringen in Indien ist es unser Auftrag, diese Türen offenzuhalten.
Wenn Sie wissen wollen, was der indische Markt konkret für Ihr Unternehmen bedeuten kann – sprechen Sie uns an.
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Raphael Herberg
Key Account Manager